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Heilpflanzen: Mariendistel

Mariendistel

Anwendungsgebiete der Mariendistel

Bereits in der Antike war die heilende Wirkung der Mariendistel bekannt. Ihr Anwendungsgebiet reichte von

  •  der Anregung des Milchflusses,
  • dem Stillen von Blutungen,
  • dem Lösen von Krämpfen bis zur
  • Beseitigung fliegender Hitze.

Den verbreiteten Einsatz als Lebertherapeutikum verdankt die Mariendistel dem Landarzt Rademacher. Er erkannte 1848 die positive Wirkung der Leberdistel, wie die Mariendistel auch genannt wird, auf die Leber. Heute gehört die Mariendistel zu den am besten erforschten Heilpflanzen. Ihr Wirkspektrum ließ sich bislang nicht durch synthetische Stoffe kopieren. So ist sie für Menschen mit einer toxischen Leberbelastung, die z.B. durch eine Knollenblätterpilzvergiftung hervorgerufen wurde, oft die letzte Rettung. In der Medizin hat die Mariendistel bis heute einen festen Platz in der Behandlung von Lebererkrankungen wie

  • toxischen Leberschäden,
  • chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und von
  • Leberzirrhose.

 Auch

  •  Verdauungsbeschwerden,
  • Migräne und
  • Gallenleiden werden durch sie gelindert.

Inhaltsstoffe der Mariendistel

In der Phytotherapie finden besonders die Mariendistelfrüchte Verwendung. Sie enthalten bis zu drei Prozent Silymarin. Silymarin ist ein Wirkstoffkomplex, der sich aus Silibinin, Isosilibinin, Silychristin und Silydianin zusammensetzt. Silymarin ist ein wahrer Leberretter. Er wirkt leberschützend, indem er die Zellmembran der Leberzellen so verändert, dass Gifte nicht in die Zelle hineingelangen können. Der Wirkstoff der Mariendistel regt außerdem die Regeneration der Leberzellen an. Weitere Inhaltsstoffe der Mariendistelfrüchte sind Fettsäuren wie Linol- und Ölsäure sowie reichlich Eiweiß.

Wie funktioniert der Wirkstoffkomplex Silymarin und was kann er für unsere Leber tun?

Silymarin wirkt in der Leber:

  • membranprotektiv, durch Veränderungen der Leberzellmembran. Der Wirkstoff Silymarin verhindert, dass bestimmt Gifte in die Leberzellen gelangen, indem es die Bindungsstellen des Giftes an der Leberzellmembran besetzt. Es macht dadurch die Membran undurchlässig für das Gift. 
  • Antioxidativ, durch das Abfangen freier Radikale. Silymarin reagiert mit den freien Radikalen und bindet sie.
  • regenerativ. Die Leberzellregeneration wird gefördert indem die Produktion von Eiweißen in der Leberzelle angeregt wird.
  • antifibrotisch. Hemmung der Bildung von Bindegewebe statt Lebergewebe  bei einer Leberzirrhose.

Wie kommt die Mariendistel zu ihrem Namen?

Eine Sage erzählt, dass, als die heilige Maria das Jesuskind stillte, kleine Milchtröpfchen auf die Blätter einer Distel fielen. Dieser Umstand verlieh der Mariendistel ihren Namen. Tatsächlich finden sich an den Blattnerven der Pflanze kleine weiße Flecken, die an Milchtröpfchen erinnern. Weitere volkstümliche Namen gehen fast alle auf ihre Verwendung zurück. So nennt man die Mariendistel auch Frauendistel, da sie in der Frauenheilkunde zur Milchbildung diente. Die Bezeichnung Leberdistel brachte ihr ihre Verdienste um die Lebergesundheit ein.

Wie sieht die Mariendistel aus?

Die Mariendistel (Silybum marianum) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist eine krautige Pflanze die bis zu 1,5 Meter hoch werden kann. Die Mariendistel besitzt einen behaarten, aufrechten, im oberen Teil verzweigten Stängel. Die Blätter dieser Distel glänzen grünlich, sind stark gezähnt und tragen an ihren Enden dornige Lappen. Auf ihren Blattnerven finden sich kleine weißliche Flecken. Ihre purpurroten Blüten sind kugelförmig und von stacheligen, laubblattartigen Hüllblätterschuppen umgeben. Die glatten, länglichen Früchte der Distel glänzen dunkelbraun und bilden eine weißen Haar- oder krone.

Wo ist die Mariendistel beheimatet?

Die Heimat der Mariendistel ist das Mittelmeergebiet und der Vordere Orient. Sie kommt aber auch in Südwestasien, Südamerika, Südaustralien, auf den Kanaren, den Azoren und auf Madeira vor. In Deutschland findet man sie gelegentlich an sonnigen, warmen Standorten.

In welchen pflanzlichen Arzneimitteln findet man Mariendistel?

Der Trockenextrakt aus den Früchten der Mariendistel ist in Silimarit® enthalten und wird zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose und toxischen Leberschäden eingesetzt. Der in Silimarit® enthaltene Wirkstoffkomplex Silymarin unterstützt die Regeneration und Funktion der Leber. Er schützt die Leberzellen vor schädlichen Lebergiften und verbessert das Allgemeinbefinden.

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