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Heilpflanzen: Baldrian

Baldrian

Anwendungsgebiete

Baldrian (Valeriana officinalis) zählt zu den wichtigsten und wohl auch bekanntesten heimischen Heilpflanzen.  Bereits in der Antike wurde der Baldrian sehr geschätzt.  Er galt als ein wahrer Allrounder unter den Arzneipflanzen. Sein Einsatzgebiet reichte von der Pest und anderen Seuchen über Augenerkrankungen, Menstruationsstörungen bis hin zur Epilepsie.  Selbst als Aphrodisiakum wurde Baldrian eingesetzt.  In der modernen Medizin wird Baldrian vornehmlich als Beruhigungsmittel und seiner krampflösenden Wirkung wegen verwendet.  
Seine Anwendungsgebiete umfassen heute

  • Nervös bedingte Schlafstörungen
  • Prüfungsangst
  • Nervosität
  • Konzentrationsschwäche sowie
  • nervös bedingte Herz- und Magenbeschwerden.

Welche Inhaltsstoffe besitzt der Baldrian?

Für den medizinischen Gebrauch werden die getrockneten Wurzeln des Baldrians verarbeitet. Sie enthalten:

  • ätherische Öle
  • Iridoide (sekundäre Pflanzenstoffe)  sowie
  • Valerianssäure (Fettsäure)

Aus ihnen wird ein Extrakt gewonnen, dessen Inhaltsstoffe hemmend auf Botenstoffe im Zentralnervensystem wirken. Dadurch stellt sich eine entspannende und entkrampfende Wirkung ein.  Die wohltuende Wirkung des Baldrians rührt nicht nur von einem einzelnen Inhaltsstoff her. Erst das Zusammenspiel der Vielzahl von Wirkstoffen in der Baldrianwurzel verleiht ihm seine Heilkraft. 

Wie kommt er zu seinem Namen?

Der botanische Name des echten Baldrians, Valeriana officinalis, weist bereits auf seine seit Jahrhunderten bekannte Heilkraft hin. Er stammt vom lateinischen Wort „valere", was so viel heißt wie  „gesund sein".  Der Name Baldrian geht auf den nordischen Gott Baldur zurück. Er war der Gott des Lichtes, der Reinheit und der Güte und bot Hilfe bei unterschiedlichsten Gebrechen.

Volkstümliche Namen des Baldrians

Baldrian ist auch unter der Bezeichnung „Tollerjan" oder „Katzenkraut" bekannt.  Denn besonders Kater lieben seinen Geruch. Einige Katzen führen sich in seiner Nähe wie toll auf. Wohl auch deshalb galt Baldrian auch als Aphrodisiakum.  Weitere volkstümliche Namen gehen auf seinen vielfältigen Einsatz als Arzneipflanze zurück. Zu ihnen zählt beispielsweise „Augenwurzel“  „Hexenkraut"  genannt.

Woran erkennt man Baldrian?

Baldrian ist ein schlankes Kraut, das bis zu zwei Meter hoch wächst. Mit etwa 300 verschiedenen Arten bilden die Baldriane eine eigene Familie. Seine Blätter sind gefiedert und etwa 20 cm lang, wobei die unteren Blätter gestielt sind. Die oberen sitzen hingegen direkt am Stängel. Die Blattränder sind länglich und meist glattrandig. Die weiß bis rosa farbigen Blüten besitzen fünf Blütenblätter, sitzen endständig am Stängel und sind schirmrispig angeordnet. Die Früchte des Baldrians sind bis zu vier Millimeter lang und verfügen über einen kleinen Haarkranz.

Wo wächst er?

Baldrian wächst in ganz Europa mit Ausnahme Portugals. Ideale Standorte sind feuchte Waldböden oder Wiesen.
Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich aber auch ostwärts bis nach Sibirien und in den Fernen Osten, nach Korea, Japan, China und Taiwan.

Zauberei mit Baldrian

Wie den meisten sehr stark riechenden Heilpflanzen, wurde auch dem Baldrian so manches Mystische nachgesagt. Im Mittelalter hängten Bauern Büschel aus Baldrian an die Decken ihrer Stuben, um möglichst schnell zu erkennen, ob womöglich eine Hexe den Raum betrat. Bewegte sich das Baldrianbüschel wenn ein Fremder die Stube betrat, war klar: das musste eine Hexe oder ein Hexer sein – Vorsicht war geboten. 

Auch in den Zaubertränken der Geschichte rund um Harry Potters findet Baldrianwurzel Verwendung. Gemeinsam mit Beifuß wurde aus ihm der „Trank der lebenden Toten“ gebraut.

Baldrian in der Küche

Baldrianextrakte lassen sich als natürliche Aromastoffe einsetzen. Sie verleihen den Speisen, denen sie zugesetzt werden, einen feinen Apfelgeschmack.  Eine weitere Spezialität: Als Verwandter des Feldsalates können die frischen Blätter und Blüten des Baldrians im Frühjahr wie Salat verzehrt werden.