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Heilpflanzen: Pockholz

Pockholz

Anwendungsgebiete und Wirkstoffe des Pockholzes

Die Verwendung von Pockholz als Arzneimittel stand in enger Beziehung mit der Entdeckung Amerikas. Neben den erbeuteten Schätzen aus der Neuen Welt brachten die Eroberer auch eine damals nicht zu heilende Krankheit mit nach Europa: die Syphilis..

Die neue Krankheit verbreitete sich rasend schnell, denn es gab keinerlei Behandlungsmethoden oder Arznei gegen diese Seuche. Jahrzehntelang galt die Rinde des Pockholzbaumes als einziges wirksames Heilmittel gegen Syphilis. Erst Paracelsus konnte viele Jahrzehnte später seine Wirksamkeit als Arzneimittel gegen Syphilis widerlegen.

Pockholz in der Homöopathie

Heute wird Pockholz besonders in der Homöopathie eingesetzt. Seine Anwendungsgebiete reichen von

  • Rachenentzündung,
  • Mandelentzündung,
  • Chronischer Bronchitis,
  • Lungenentzündung bis zu
  • Rheuma und
  • Gicht.

Die im Holz bzw. in der Rinde des Pockholz Baumes enthaltenen Saponin Substanzen wirken

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend und
  • schleimlösend.

Wie kommt der Pockholz Baum zu seinem Namen?

Botanischer Name: Guaiacum officinale

Volkstümliche Namen:
Die Bezeichnung Pockholz geht auf den Glauben zurück, dass die Späne des Guajak-Baumes Öle enthalten, mit deren Hilfe man die Pockenerkrankung heilen könne. Medizinisch konnte das jedoch nie belegt werden. Da die Pocken nicht heilbar waren, klammerte man sich Jahrzehnte an den Glauben mit Pockholz ein wirksames Arzneimittel gefunden zu haben.

Der Name Franzosenholz rührte von der Verwendung des Pockholzes als Arznei gegen Syphilis. Denn Syphilis wurde auch als Franzosenkrankheit bezeichnet.

Woran erkennt man den Pockholzbaum?

Der Guajak-Baum gehört zur Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllaceae). Er wächst als Strauch oder Baum. Sein Holz zeichnet sich durch seine extreme Härte und einen Harzgehalt von über 25 Prozent aus. Der Pockholzbaum hat eine breite, ausladende Krone. Er kann eine Höhe von bis zu 14 Metern erreichen. 
Seine zwei- und dreipaarig gefiederten Blätter sind immergrün und ledrig, haben eine ovale Form, sind glatt und besitzen einen ungezackten Rand. Die blassblauen Blüten stehen in Dolden auf zwei Zentimeter langen Blütenstielen. Ihr Kelch sowie die Krone sind fünfblättrig. Die Früchte, gelbe Kapseln, erinnern an flachgedrückte Oliven. Es gibt bis zu sechs Arten von Guajakholz, doch nur zwei Arten sind medizinisch und wirtschaftlich von Bedeutung: Guajacum officinale L. und Guajacum sanctum L.

Wo wächst der Pockholz Baum?

Die Herkunft dieser Arzneipflanze sind die

  • westindischen Inseln,
  • Nordküste Südamerikas,
  • Tropen und Subtropen.

Wissenswertes und Spannendes über den Pockholz Baum

Neben seinem Einsatz in der Homöopathie wird Pockholz heute verwendet, um

  • nicht sichtbares Blut im Stuhl von Patienten nachzuweisen. Dazu wird eine Stuhlprobe auf ein mit Guajak-Harz getränktes Filterpapier gegeben. Das im Blut vorhandene Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) wird durch eine Reaktion mit Wasserstoffperoxid sichtbar. Resultat: Das Filterpapier verfärbt sich blau. 
  • Kräuterliköre und Räucherstäbchenmischungen herzustellen. Pockholz erfreut sich großer Beliebtheit als Aromaessenz in der Zubereitung von Kräuterlikören. Darüber hinaus wird das Harz des Pockholz Baumes als Bestandteil von Räuchermischungen angeboten. Dem Harz werden sowohl eine stimulierende als auch eine beruhigende Wirkung zugeschrieben.
  • Holzbau zu betreiben. Große Mengen Pockholz werden jährlich für den Holzbau eingesetzt. Als eines der härtesten Hölzer überhaupt wurde Pockholz seit Jahrhunderten zum Schiffbau verwendet. Es eignet sich besonders für hoch beanspruchte Teile.

In welchen pflanzlichen Arzneimitteln wird Pockholz verwendet?

Pockholz wird seiner analgetischen und entzündungshemmenden Eigenschaften wegen bei Hals- und Rachenentzündungen eingesetzt.

Tonsipret®, die einzige rein pflanzlich wirkende Halsschmerztablette, enthält neben Pockholz zwei weitere südamerikanische Heilpflanzen: Arzneipaprika und Kermesbeere.  Während Arzneipaprika und Pockholz den Halsschmerzen spürbar lindern, bekämpfen Extrakte aller drei Heilpflanzen die Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

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