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Heilpflanzen: Hopfen

Hopfen

Die ursprüngliche Anwendung des Hopfens

Als wesentlicher Bestandteil von Bier gehört der Hopfen wohl zu den bekanntesten deutschen Kulturpflanzen. Er verfügt über eine lange Tradition, denn Hopfen wird seit dem 9. Jahrhundert angebaut.  Seine ursprüngliche Bedeutung erreichte die Hopfenpflanze durch seine Bitterstoffe. Sie wirken bakterizid und trugen  beim Brauen von Bier wesentlich zu dessen Haltbarmachung bei.  

Bis heute wird ihm eine anaphrodisierende Wirkung nachgesagt. Dieser Eigenschaft ist sicherlich auch seine große Beliebtheit in Klöstern zu verdanken. Körperliche Lust ließ sich mit Hilfe von hopfenhaltigem Bier, besonders in der Fastenzeit, zügeln. 

Anwendungsgebiete und Wirkung des Hopfens als Arzneipflanze

Die Wirkung des Hopfens als Arzneipflanze wurde erst im 10. Jahrhundert entdeckt.  So rühmten Hildegard von Bingen und Paracelsius seine schlaffördernden Eigenschaften. 
Doch im Hopfen steckt noch weitaus mehr. Die Zapfen dieser Pflanze sind auch durch ihre beruhigende und angstlösende Wirkung von medizinischem Interesse.  Sie werden eingesetzt bei

  • Nervosität und
  • Angstzuständen sowie
  • Schlafstörungen.

Des Weiteren gilt Hopfen als antibakteriell, appetitanregend und verdauungsfördernd. 

Welche Teile der Hopfenpflanze werden in der Medizin verwendet?

Als Arzneimittel finden vornehmlich die getrockneten weiblichen Blütenstände, die sogenannten Hopfenzapfen, und die Hopfendrüsen Verwendung.  Hopfendrüsen sind von den Fruchtständen abgesiebte Drüsenhaare. Sie ergeben ein grüngelbes klebriges aromatisch riechendes Pulver mit würzig-bitterem Geschmack. Gewonnen wird es durch das Ausklopfen der Hopfenzapfen.

Welche Inhaltsstoffe besitzt der Hopfen?

Hauptbestandteile der Hopfendolde sind

  • Harze,
  • Hopfenöl sowie
  • Ballaststoffe,
  • Eiweiße,
  • mineralische Bestandteile und
  • Polyphenole (Tannine).  Polyphenole gehören zu den Phytaminen. Diese Pflanzenstoffe sind für unsere Gesundheit von ebenso großer Bedeutung wie Vitamine.

Besonders die Hopfenzapfen sind reich an Harzen. Sie bilden 50 bis 80 Prozent der Inhaltsstoffe in den Hopfendrüsen und bestehen wiederum zur Hälfte aus Bitterstoffen. Zu den wirkungsbestimmenden Komponenten zählen dabei die Bitterstoffe

  • Humulon und
  • Lupulon.

Wie kommt der Hopfen zu seinem Namen?

Das Wort „Hopfen", geht zurück auf seinen lateinischen Namen „Humulus“. „Lupus“ kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet Wolf. Das Beiwort „lupulus“ steht für kleiner Wolf. Dieser Name erklärt sich aus der Eigenschaft des Hopfens, sich an anderen Pflanzen festzuhalten.  Sinnbildlich gleicht der Hopfen damit einem Wolf, der sich an seinem Opfer festgebissen hat. Zu den volkstümlichen Namen des Hopfens zählen Hoppen, Hopf, Hecken-Hopfen oder Weiden-Hopfen.

Woran erkennt man Hopfen?

Der gemeine Hopfen zählt zur Familie der Hanfgewächse.  Er ist eine zweihäusige Pflanze. Das bedeutet, es gibt Pflanzen mit männlichen und weiblichen Blüten.  Für die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel werden nur die zapfenartigen weiblichen Blüten verwendet.  Die gegenständigen Blätter der Heilpflanze sind in drei bis fünf Lappen geteilt, gezähnt und laufen länglich zu. 
Bei der Ernte werden die oberirdischen Pflanzenteile abgeschnitten. Erst im Frühjahr erfolgt dann der nächste Austrieb.

Hopfen ist ein wahrer Kletterkünstler

Die rasch wachsende Schlingpflanze kann bis zu 12 Metern hoch werden. Der Hopfenanbau geschieht in sogenannten Hopfengärten. Hier wird der rechtsdrehende Schlinger mit Hilfe von Drähten an sechs bis sieben Meter hohen Spalieren emporgeleitet. Diese enorme Höhe wird erreich, weil der Hopfen mit sogenannten Klimmhaken ausgestattet ist. Mit ihrer Hilfe kann er sich an Spalieren oder anderen Pflanzen festhaken. 

In welchen Gebieten wächst der Hopfen?

Hopfen wird besonders in den gemäßigten Zonen Mitteleuropas angebaut. Seinen Ursprung vermutet man jedoch in der Mongolei. Heute zählen zu den Hauptanbaugebieten für die wirtschaftliche Nutzung des Hopfens Deutschland, Tschechien, Slowakei, China und USA.  Das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt ist die bayrische Holledau.

Hopfen als Buchschutz

In vielen Bibliotheken diente der Hopfen früher als Schutz vor Feuchtigkeit und Ungeziefer. Dazu legte man Hopfendolden hinter den Büchern aus. Sie regulierten die Luftfeuchtigkeit und ihre ätherischen Öle hielten die für die wertvollen Bücher gefährlichen Insekten fern. 

Hopfen in der Küche

Auch kulinarisch hat der Hopfen einiges zu bieten. So gewinnt in der modernen Gemüseküche die Ernte von Hopfenspargel wieder an Bedeutung. In einem zwei- bis dreiwöchigen Zeitraum im März und April werden die weißen, frisch ausgetriebenen Sprösslinge des Hopfens aus der Erde gegraben und als gesunde Spezialität angeboten. Die sehr kurze Saison und die zeitaufwändige Ernte machen den Hopfenspargel heute zu einer kostspieligen Rarität.