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Heilpflanzen: Efeu

Efeu

Ursprung des Efeus

Der Efeu ist eine sehr alte Kultur- und Heilpflanze.  Bereits die Kelten verehrten sie als „Pflanze mit dem grünen Mann“, der Gottheit des Winters. Ihm zu Ehren schmückte man die Behausungen mit Efeu, Mistel und Stechpalmen.  Im klassischen Altertum war der Efeu den Göttern des Weines geweiht. Man bekränzte den altägyptischen Osiris, den griechische Dionysos sowie den römischen Bacchus mit Wein- und Efeulaub. Auch trugen die Griechen bei festlichen Gelagen Efeukränze um den berauschenden Wein besser zu vertragen.  Selbst die Trinkbecher auf Festen zu Ehren des Gottes Bacchus wurden mit Efeu berankt. 
Als Heilpflanze kam dem Efeu in der Antike und im Mittelalter eine bedeutende Rolle zu. Er wurde bei Erkrankungen

  • der Milz,
  • an Ruhr,
  • der Atemwege,
  • bei Rheuma und Gicht
  • sowie bei Gelbsucht eingesetzt.

Anwendungsgebiete des Efeus

Die Blätter des Efeus enthalten Wirkstoffe, wie beispielsweise Saponine, die sich bei der Behandlung von

  • entzündlichen Atemwegserkrankungen,
  • chronisch-entzündlicher Bronchitis (chronische Bronchitis),
  • Asthma,
  • Keuchhusten,
  • Krampfhusten und
  • Reizhusten

bewährt haben.

Welche Wirkung hat der Efeu?

Die Inhaltsstoffe des Efeus wirken

  • auswurffördernd
  • sekretlösend
  • schmerzlindernd
  • krampflösend
  • beruhigend
  • antibiotisch
  • antiviral
  • pilzhemmend

Besonders die in den Efeublättern enthaltenen Saponine ermöglichen ein natürliches  Lösen des hartnäckigen Bronchialschleims und wirken auf natürliche Weise. Auch wird die Aktivität der Flimmerhärchen in den Bronchien erhöht und damit das Abhusten gefördert.

Welche Inhaltsstoffe besitzt er?

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Efeus sind

  • Saponine
  • Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe)
  • Sterole (Bestandteile pflanzlicher Zellmembranen)
  • Spurenelemente 
  • Mineralien

Der Anteil an Triterpensaponin kann bis zu sechs Prozent betragen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Saponin Alpha-Hederin. Es regt über Nervenfasern im Magen die Bronchialschleimhaut dazu an, dünnflüssigeren Schleim zu produzieren. Die Folge: Das Sekret lässt sich leichter Abhusten. Außerdem entspannt Alpha-Hederin die Bronchialmuskulatur. Dadurch werden die Atemwege entkrampft.  Davon können beispielsweise Patienten mit spastischer Bronchitis profitieren.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Für medizinische Zwecke werden ausschließlich die Blätter des Efeus verwendet. Von einer Selbstmedikation mit beispielsweise Efeutee ist, seines hohen Saponin Gehaltes wegen, abzuraten, denn sie können Reizungen im Magen und Darm verursachen.  Vorsicht ist auch bei den Früchten des Efeus geboten. Sie sind hochgiftig und können durch Zerkauen und Verschlucken Übelkeit,  Erbrechen sowie starken Durchfall auslösen.

Wie kommt der Efeu zu seinem Namen?

Der deutsche Name Efeu lässt sich aus dem Germanischen ableiten. Dort stand „iwe“ für ewig, was auf seine immergrünen Blätter hindeutete. Der botanische Name „Hedera helix“ stammt aus dem Griechischen. „Hedra“ lässt sich mit sitzen übersetzen und beschreibt das feste Anhaften der Wurzeln. „Helix“ (griechisch helissein) bedeutet sich winden. Viele seiner volkstümlichen Namen weisen auf seine Eigenschaft als immergrüne Kletterpflanze hin. Zu ihnen zählen: Baumtod, Immergrün, Mauerewig, Totenranke und Wintergrün.

Wissenswertes

Der Begriff Saponin entstammt dem Lateinischen und bedeutet Seife. Seines hohen Saponingehalts wegen verwendete man Efeublätter früher, um eine Waschlauge herzustellen. Diese Brühe versprach ein gutes Reinigungsergebnis bei Wolle und Seide und sollte verblichene Farben auffrischen.

Wo findet man ihn?

Der Efeu ist in West-, Mittel- und Südeuropa beheimatet. Im Nordeuropa breitet er sich bis Südschweden aus. Bevorzugte Standorte sind feuchte Wälder und Auengehölze.  Der gemeine Efeu bildet eine große Ausnahme in der Familie der Efeugewächse. Der Grund: Alle anderen Efeugewächse gedeihen nur in Tropenwäldern.  

Woran erkennt man den Efeu?

Efeu gehört zu den Efeugewächsen (Araliaceae). Er ist mit Ginseng und der Taigawurzel verwandt.  Die immergrüne Kletterpflanze kann bis zu 20 Meter hoch klettern. Ihre herzförmig bis lanzettlichen Blätter sind ledrig und auf ihrer Oberseite dunkelgrün. Die behaarten jungen Blätter verkahlen mit zunehmendem Alter.  Erst im Alter von sieben Jahren beginnt der Efeu im Herbst zu blühen.  Seine unscheinbaren Blüten besitzen eine grünlich-gelbe Farbe und sind in einfachen Dolden angeordnet. Die schwarzen erbsengroßen Früchte reifen über den Winter heran. Sie sind äußerst giftig! 

In welchem pflanzlichen Arzneimittel ist der Efeu zu finden?

Heute werden Efeuextrakte häufig gegen Bronchitis eingesetzt. Die in Bronchipret® Saft und Bronchipret® Tropfen enthaltenen, verarbeiteten und genau dosierten speziellen Extrakte aus den Blättern des Efeus wirken in Kombination mit Thymian krautextrakten hustenberuhigend, entzündungshemmend, schleimlösend. Ferner haben sie krampflösende Eigenschaften und bekämpfen Erkältungserrreger.

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