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Die Wechseljahre – Zeit der hormonellen Veränderung

Mit den Wechseljahren (Klimakterium) durchleben Frauen, fast drei Jahrzehnte nach der Pubertät, eine zweite, einschneidende hormonelle Umstellung ihres Körpers. Nach und nach kommt die körpereigene Produktion der Sexualhormone Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) zum Stillstand.

Mit dem endgültigen Ausbleiben der Regelblutung endet auch die fruchtbare Zeit im Leben einer Frau. Viele Frauen sehen dem Thema Wechseljahre mit Bangen entgegen. Diese Furcht vor Veränderung des eigenen Körpers lässt sich durch das Wissen um die neue Lebensphase mindern. Je vertrauter einem die Vorgänge im eigenen Körper sind, desto besser kann man ihnen begegnen.

Wann beginnen die Wechseljahre?

Wann beginnen die Wechseljahre?

Der Beginn des Klimakteriums wird vom Wechselspiel der Hormone Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) bestimmt. Dies geschieht gewöhnlich zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Nach und nach stellen die Eierstöcke die Hormonproduktion ein. Die Menstruation wird unregelmäßiger und bleibt schließlich ganz aus. Die Phase der hormonellen Veränderung unterscheidet sich von Frau zu Frau. Jeder Körper reagiert darauf sehr individuell. Wann die hormonelle Umstellung beginnt und wie sie verläuft, lässt sich somit nicht vorhersagen.

Was versteht man unter der Menopause?

Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten spontanen Regelblutung. Sie wird in drei Stadien unterteilt. Die Übergänge der einzelnen Phasen sind fließend und auch die körperlichen Beschwerden ändern sich in den einzelnen Phasen.

Prämenopause: Die Hormonproduktion verlangsamt sich - Zyklusunregelmäßigkeiten treten auf

Von der Prämenopause spricht man, wenn die Eierstöcke die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron verringern. Die Produktion des Hormons Östrogen bleibt zunächst noch stabil, lässt gegen Ende der Prämenopause jedoch langsam nach. Der Zyklus wird unregelmäßig, es kommt häufig zu Brustspannen durch die hormonelle Umstellung.

Perimenopause:  Der Östrogenspiegel sinkt deutlich, die letzte Blutung beendet das Zyklusgeschehen

Durch die nur noch geringe Anzahl verbliebener Eibläschen verringert sich das Progesteron und vor allem die Östrogen-Produktion immer weiter. Blutungsstörungen und mögliche Wechseljahresbeschwerden treten jetzt verstärkt auf, denn Östrogen steuert im Zusammenspiel mit Progesteron den Menstruationszyklus.

Postmenopause: Der Östrogenspiegel sinkt weiter ab  - Die Zeit der typischen Wechseljahresbeschwerden

Die Postmenopause ist der Lebensabschnitt der Frau, der sich an die letzte Regelblutung (Menopause) anschließt. Er ist der letzte Abschnitt der Wechseljahre. In der Postmenopause befinden sich Frauen, deren letzte Menstruation länger als ein Jahr zurück liegt. Dies kann bis zum 65. Lebensjahr der Fall sein. Während der Postmenopause findet eine hormonelle Umstellung statt, die durch kontinuierlich sinkende Östrogenspiegel und die typischen Wechseljahresbeschwerden gekennzeichnet ist. Die Postmenopause überlappt sich mit der Perimenopause.

Zyklus Stadien

Kann ich in den Wechseljahren schwanger werden?

Frauen bleiben so lange fruchtbar, bis die Menstruation komplett ausbleibt. Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, nimmt ab dem 40. Lebensjahr aber kontinuierlich ab. Das liegt sowohl an hormonellen Umstellungen als auch daran, dass einer Frau von Beginn an nur eine bestimmte Anzahl an Eizellen zur Verfügung steht. Dieses Depot wird sukzessive, vom ersten Tag der Menstruation an, geleert.

Wechseljahre: Symptome und Beschwerden

Fehlendes Östrogen und Progesteron nach der Menopause haben nicht nur Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau, die weiblichen Hormone sind auch in vielen weiteren körperlichen Prozessen eingebunden. Die physischen und psychischen Veränderungen, die durch sie ausgelöst werden, sind sehr vielfältig.

Das sind die bekanntesten Symptome:

  • Hitzewallungen
  • (nächtliche) Schweißausbrüche
  • Stimmungsschwankungen
  • depressive Phasen
  • Libidoverlust
  • Schlafstörungen

Aber auch weitere Beschwerden können während der Wechseljahre auftreten.
Dazu gehören:

  • Schwindel
  • trockene Schleimhäute
  • trockene Haut
  • Haarausfall
  • Verdauungsprobleme
  • Harninkontinenz
  • Osteoporose
  • verstärkter Haarwuchs im Gesicht

Was passiert im Körper während der Wechseljahre?

Die genauen Abläufe im Körper während des Klimakteriums sind noch nicht hinreichend bekannt. Dennoch weiß man, dass fehlendes Östrogen die typischen Wechseljahresbeschwerden wie Schweißausbrüche und Hitzewallungen auslöst und Schlafstörungen zur Folge hat. Dies kann wiederum zu Abgeschlagenheit, Leistungsabfall und depressiven Stimmungsschwankungen führen.

Der Verlust der Libido kann ebenfalls durch das fehlende weibliche Hormon verursacht werden. Aber auch wenn die sexuelle Lust unverändert bleibt, kann es beim Geschlechtsverkehr zu einer zu geringen Produktion der Scheidenflüssigkeit (Lubrikation) kommen. Durch das Fehlen des Östrogens werden die Schleimhäute und damit auch die Scheidenwand weniger gut durchblutet und trockener. Außerdem bewirkt der Mangel an dem Hormon sowohl eine Verkleinerung der Gebärmutter als auch eine Rückbildung des Drüsengewebes der Brust.

Viele Frauen leiden zudem sowohl während als auch nach dem Klimakterium an häufig auftretenden Harnwegsinfekten und/oder Harninkontinenz. Durch die verminderten Östrogen-Spiegel werden die Blasenschleimhäute und Scheidenwände dünner, verlieren an Elastizität und werden weniger durchblutet und der PH-Wert der Scheide steigt an. Das wiederum kann das Eindringen von Keimen und Krankheitserregern erleichtern und in der Folge zu vermehrten Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen führen. Da Frauen eine kürzere Harnröhre haben als Männer und diese in unmittelbarer Nähe des Darmausgangs liegt, sind sie wesentlich anfälliger für Infekte und Entzündungen.

Die meisten der genannten Beschwerden klingen spätestens nach der Postmenopause wieder ab

Die meisten der genannten Beschwerden klingen spätestens nach dem letzten Abschnitt der Wechseljahre wieder ab. Osteoporose hingegen ist eine bleibende Folge des Östrogenmangels. Das Krankheitsbild zeichnet sich dadurch aus, dass die Knochen dünner werden und Knochenbrüche wesentlich häufiger auftreten. Verschlimmert wird der Knochenschwund dadurch, dass auch die Knorpelmasse abnimmt. Das verursacht Gelenkschmerzen vor allem in den Knien und der Hüfte.

Die Wechseljahre gehen mit dem natürlichen Alterungsprozess einher. So werden die Haare mit zunehmendem Alter dünner und die Haut verliert Spannkraft. Auch Melatonin, das unsere Haut vor allem vor UV-Strahlung schützt, wird weniger konzentriert gebildet. Altersflecken sind die Folge. Selbst das Gewicht verändert sich häufig. Viele Frauen beklagen eine Gewichtszunahme in den Wechseljahren.

Was hilft gegen die Begleiterscheinungen der Wechseljahre?

Da jede Frau unterschiedlich auf die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre reagiert, sollte auch eine Behandlung der Symptome individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Hormonersatztherapie (HET)

Die Hormonersatztherapie zielt darauf ab, mithilfe von Hormonpräparaten eine Linderung der typischen Symptome während der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und trockener Haut zu schaffen. Aufgrund der Nebenwirkungen wird die HET als Behandlung von einigen Wissenschaftlern jedoch kritisch gesehen. Das Risiko z. B. an Brust- oder Gebärmutterhalskrebs sowie Thrombose zu erkranken, steigt durch die Gabe von zusätzlichen Hormonen. Aktuelle Studien relativieren die Risiken allerdings. Dennoch wird HET meist nur dann angewendet, wenn die Symptome bei den betroffenen Frauen so stark sind, dass sie die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Eine HET sollte so kurz und niedrig dosiert wie möglich gegeben werden.

Die Darreichungsform der Hormone erstreckt sich von Tabletten, Salben, Gel, Zäpfchen, Spray bis hin zu Pflaster. Die Art der Verabreichung sollte individuell mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Selbsthilfe

In den Wechseljahren sollten Frauen verstärkt auf eine ausgewogene Lebensweise achten und den Zeichen ihres Körpers große Beachtung schenken. Einen wichtigen Beitrag hierzu liefert eine gesunde Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Auch Sport, Yoga und Entspannungsübungen helfen, das innere Gleichgewicht in diesem neuen Lebensabschnitt wieder herzustellen und Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen sowie Stress abzubauen. Der verstärkte Aufbau sozialer Kontakte hilft, Veränderungen in Familie und Beruf besser zu akzeptieren und dem eigenen Leben einen höheren Stellenwert beizumessen.

Natürliche Hilfe

Natürliche Hilfe

Hormonfrei durch die Wechseljahre

Die Traubensilberkerze hat sich bei Beschwerden während der Wechseljahre bewährt. Nebenwirkungen treten bei der Behandlung nur in seltenen Fällen auf. Ihre volle Wirkung entfalten diese pflanzlichen Arzneimittel dann, wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.