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Heilpflanzen: Weide

Weide

Zur Gattung der Weiden (Salix) gehören rund 500 verschiedene Arten. Zur Gewinnung der für die medizinische Anwendung relevanten Weidenrinde (Salix cortex) werden beispielsweise die Silberweide (Salix alba), die Purpurweide (Salix purpurea) und die Korbweide (Salix fragilis) verwendet. Die Weiden wachsen als kleine und große Bäume oder als Sträucher. Allen Arten ist gemein, dass sie im Frühjahr die flauschigen Blüten, die sogenannten „Weidenkätzchen“, noch vor den Blättern tragen. Die Weiden sind in Europa, Asien und Nordamerika heimisch und bevorzugen feuchte Standorte.

Bereits seit der Antike wird die Rinde der Weide zur Herstellung von Heilmitteln verwendet. Der Extrakt wird aus der im Frühjahr von den jungen Ästen gelösten Rinde gewonnen. Salicin, der wichtigste Bestandteil der Weidenrinde, wird in Darm und Leber zu Salicylsäure umgewandelt. Erst diese ist der aktive Wirkstoff. Salicylsäure wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. 
Die Entdeckung der Salicylsäure und ihrer therapeutischen Wirkung führte Ende des 19. Jahrhunderts zur Entwicklung der synthetischen Acetylsalicylsäure, die auch heute den Grundstoff vieler Schmerzmittel, beispielsweise von Aspirin, bildet.

Die pflanzliche Wirksubstanz Salicylsäure erzielt in Kombination mit weiteren Extrakten der Weidenrinde einen ähnlichen Effekt wie die synthetische Nachbildung Acetylsalicylsäure, ist dabei aber weitaus besser verträglich.