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Heilpflanzen: Thymian

Thymian

Anwendungsgebiete des Thymians

Die Heilkraft des Thymians war bereits in der Antike bekannt, seine Anwendung vielfältig. So verwendeten die alten Ägypter das wohlriechende Thymianöl zur Einbalsamierung ihrer Toten.  Im antiken Griechenland hingegen verwendete man die aromatische Pflanze als Heilmittel bei Erkrankungen der Atemwege. Als verdauungsfördernde und wohlschmeckende Gewürzpflanze wurde das Kraut im gesamten Mittelmeerraum eingesetzt. Seine Bekanntheit in Mitteleuropa erlangte der Thymian erst durch Benediktinermönche. Denn sie brachten die Heil- und Gewürzpflanze aus ihrer mediterranen Heimat, dem Mittelmeerraum, nach Mitteleuropa und kultivierten sie dort in Klostergärten. Als „Antibiotikum für Arme“ wurde die Wirkkraft des Thymians sehr geschätzt.

Die antibakterielle, entzündungshemmende schleimlösende und entkrampfende Wirkung des Thymians wird heute besonders zur Behandlung von

  • Erkältungen,
  • Bronchitis,
  • Reizhusten und
  • Keuchhusten

Ferner auch bei

  • Magen- und Darmbeschwerden,
  • Blähungen,
  • Völlegefühl und
  • Magenkrämpfen eingesetzt.

Welche Inhaltsstoffe finden sich im Thymian und wie wirken sie?

Thymian verfügt über eine große Zahl sehr wirkungsvoller Inhaltsstoffe. Allen voran die ätherischen Öle 

  • Thymol und 
  • Carvacrol. 

Ihr Anteil im frischen Kraut beträgt mindestens 1,2 Prozent. Wobei der Anteil in der Thymianpflanze je nach Sorte, Herkunft und Zeitpunkt der Ernte stark variieren kann.

Thymol und Carvacrol wirken

  • Schleimlösend
  • hustenberuhigend
  • entzündungshemmend,
  • krampflösend,
  • antibakteriell,
  • und schmerzlindernd.

Daneben enthalten die Blätter der Thymianpflanze unter anderem:

  • Gerbstoffe,
  • schleimlösende Saponine und
  • Bitterstoffe.

Geschichtliches und Spannendes

Neben seiner Eigenschaft als Heil-und Würzpflanze wurden dem duftenden, zartrosa oder weiß blühenden Thymianpflänzchen noch zahlreiche weitere Eigenschaften zugesprochen. So badeten beispielsweise römische Legionäre vor einer anstehenden Schlacht in Thymianaufgüssen, um sich zu stärken.

Adelige Damen banden vor einem Turnier ihrem holden Ritter ein Thymiansträußchen an die Rüstung. Das Sträußchen sollte ihm Mut und Tapferkeit verleihen. Im alten Ägypten diente duftendes Thymianöl zur Einbalsamierung der Verstorbenen. Im Deutschland des späten Mittelalters fand Thymian hingegen nicht als Gewürz, sondern als Grabbeigabe Verwendung. 

Wo ist der Thymian beheimatet?

Die ursprüngliche Heimat des Thymians sind die Mittelmeerländer, der Balkan sowie der Kaukasus. Heute findet man die Pflanze in fast in ganz Europa, Teilen Nordamerikas, Indien und Indonesien. Der Thymian bevorzugt kalkhaltige, sandige Böden und steinige Hänge. WildenThymian findet man noch häufig in sommerheißen Mittelmeerländern wie Spanien, Frankreich und Italien. Doch auch in unseren Gefilden ist er ausgewildert auf kargem Untergrund in sonnigen Lagen anzutreffen.

Woran erkennt man ihn?

Der echte Thymian (Thymus vulgaris) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).  Damit zählt er zu einer der artenreichsten Familien von Heil- und Gewürzkräutern. Das wohlriechende Kraut ist unter anderen verwandt mit Rosmarin, Salbei und Pfefferminze. Seine Wuchshöhe liegt je nach Sorte zwischen 10 und 40 Zentimetern. Die Zweige Thymians sind stark verästelt. Mit zunehmendem Alter verholzen sie.

An den vierkantigen Zweigen sitzen die kurzgestielten, silbrig-grünen Blätter. Diese sind 0,5 bis 4 cm lang und haben eine Ellipsenform. Die kleinen, oben satt grünen und an der Unterseite gräulichen Blättchen verströmen einen starken, sehr aromatischen Geruch. 

Von Juni bis Oktober bildet der Thymian kleine blassrosa bis hellviolette trichterförmige Blüten aus. Diese Lippenblüten bestehen aus fünf Kronblättern sowie vier Staubblättern. Nach der Blütezeit entstehen Früchte, die rundlich ovalen, dunkelbraunen Nüsschen ähneln. Jedes von ihnen enthält mehrere runde, fast schwarze Samen.

Wie kommt der Thymian zu seinem Namen?

Der Ursprung des Namens

Der Name Thymus stammt vom altägyptischen tham oder thm. Damit wurde in Ägypten eine Thymianart bezeichnet, die vornehmlich zur Leichenwaschung oder zu Rauchopfern verwendet wurde.  Vulgaris ist lateinisch und bedeutet „gewöhnlich“. Der deutsche Name Thymian entwickelte sich über das althochdeutsche timiâm aus dem griechisch-lateinischen Namen thymus.  Thymos bedeutete in Griechenland Kraft oder Mut.

Volkstümliche Namen des Thymians

Entsprechend seinem weitgefächerten Einsatzgebiet, sowohl als Gewürz als auch als Heilpflanze, verfügt der Thymian über eine große Anzahl von volkstümlichen Namen. Zu ihnen zählen:
Bienenkraut, Demut, Duftholz, Feldkümmel, Gemeiner Thymian, Gundelkraut, Hühnerkohl, Hustenkraut, Immenkraut, Küchenpolich, Kuttelkraut, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Rainkümmel, Römischer Quendel, Welscher Quendel und Wurstkraut.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Zur  Herstellung von Saft oder Tinktur werden die zarten Blättchen und die Blüten des Thymians verwendet. Sie enthalten große Mengen ätherischer Öle wie Thymol und Carvacrol. 

In welchen pflanzlichen Arzneimitteln wird der Thymian eingesetzt?

Die Wirkkraft des Thymians wird besonders bei der Behandlung von Husten und Bronchitis geschätzt. Als Bestandteil des pflanzlichen Arzneimittels Bronchipret® löst er den festsitzenden Schleim, beruhigt den Husten wirkt entzündungshemmend, entspannt die Bronchien und wirkt gegen Erkältungserreger. Dadurch werden die Hustenanfälle reduziert. In Bronchipret® sind, abhängig von der Darreichungsform, neben den medizinisch wirksamen Bestandteilen des Thymians (Thymus vulgaris) auch Efeu (Hedera helix) oder Primel (Primula Veris) enthalten.

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