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Heilpflanzen: Schlüsselblume

Schlüsselblume

Anwendungsgebiet und Inhaltsstoffe der Schlüsselblume

Die Schlüsselblume wurde bereits im Altertum und Mittelalter zu medizinischen Zwecken verwendet. Auch heute noch werden die Blüten und die Wurzel des Frühlingsblühers zur Unterstützung des Abhustens bei Bronchitis und Husten mit zähem Schleim bzw. bei Nasennebenhöhlenentzündung mit Schnupfen eingesetzt. Ihrer Sekret lösenden Eigenschaften wegen findet die Schlüsselblume häufig in pflanzlichen Arzneimitteln gegen Erkältungen Verwendung. Dabei wird sie in der Regel mit anderen Heilpflanzen wie Thymian, Enzian, Holunder, Ampferkraut und Eisenkraut kombiniert. 

Ihre besondere Wirkkraft bezieht die Schlüsselblume aus sogenannten Triterpensaponinen bzw. Bioflavonoiden, die in der Wurzel bzw. in den Blüten zu finden sind. Sie helfen den zähflüssigen Schleim in den unteren bzw. oberen Atemwegen zu verflüssigen. 

Außerdem enthalten die Wurzeln Primulaverin. Aus diesem sogenannten Phenolglykosid bilden sich während des Trocknens Verwandte der Salicylsäure, die wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung geschätzt wird. Auch Bioflavonoide vermitteln eine entzündungshemmende Wirkung. 

Wie wirken die enthaltenen Triterpensaponine und Bioflavonoide?

Triterpensaponine, bei der Schlüsselblume werden sie Primulasaponin und Primulacrosaponin genannt, regen über die Nervenfasern des Vagusnerves einen Reflex der glatten Bronchialmuskulatur an. Dadurch wird festsitzender Bronchialschleim gelöst und kann besser abgehustet werden.

Bioflavonoide hingegen aktivieren über einen komplexen biochemischen Vorgang im Körper den natürlichen Selbstreinigungs-Mechanismus der Atemwegsschleimhaut. Das erwünschte Ergebnis: Der zähe Schleim wird verflüssigt und abtransportiert. Die Nase ist wieder frei und der Druckkopfschmerz lässt nach. Die Forscher nennen den Prozess der natürlichen Selbstreinigung der Atemwegsschleimhaut „Mukoziliäre Clearance“

Woran erkennt man eine Schlüsselblume?

Die Schlüsselblume oder Primel (Primula Veris) gehört zu den Primelgewächsen. An einem bis zu 20 cm langen, blattlosen Stiel befinden sich die Blüten, die in einer einseitig nach außen gerichteten Dolde angeordnet sind und damit an einen Schlüsselbund erinnern. 

Ihr Blütenkelch ist grünlich-gelb und glockenförmig aufgeblasen. Die Blütenkrone der Schlüsselblume ist eine dottergelbe, stark duftende Stieltellerblüte mit fünf orangefarbenen Flecken. Aus den Blüten entwickeln sich ovale, dünnwandige Kapseln, in denen die dunkelbraunen, warzigen Samen enthalten sind.

Die samtig behaarten, gewellten Blätter sind rosettenförmig angeordnet. Von April bis Mai entwickelt die Schlüsselblume ihre charakteristischen goldgelben, glockenförmigen Blüten.

Mystisches vom Himmelsschlüssel

Der Schlüsselblume wurden im Volksglauben zahlreiche Eigenschaften und Wirkungen zugeschrieben. Unsere Vorfahren pflückten diese Primel vor allem am Walpurgistag. An diesem besonderen Tag geerntete Schlüsselblumen sollten Krankheiten und Unfruchtbarkeit des Viehs vorbeugen. Auch glaubte man, dass sie das Jungvieh vor Seuchen und Unfällen bewahren. Blüten, die am Walpurgistage gesammelt werden, sollten auch als Tee gegen Fallsucht helfen. Junge Mädchen hingegen legten in der Nacht vor Walpurgis die Blüten des Himmelschlüssels in frische Milch und wuschen damit ihr Gesicht. Die Anwendung versprach einen frischen Teint und sollte den Angebeteten während des Festes anlocken. 

Eine weitere Überlieferung besagt außerdem, dass die Milch sahniger werde und der Käse einen appetitlichen Goldton erhielte, wenn man den Kühen Girlanden mit Schlüsselblumen an die Hörner hänge. Sogar mit Verstorbenen solle man mit Hilfe eines Schlüsselblumenstraußes in Kontakt treten können. 

In Mittelfranken wurde der Frühlingsblume eine Signalwirkung für den Gerstenanbau zugeschrieben: bildeten die Schlüsselblumen lange Stiele aus, wachse auch die Gerste hoch. Blieben die Stiele kurz, so werde auch niedrige Gerste geerntet.

Wie kommt die Schlüsselblume zu ihrem Namen? 

Der botanische Name Primula veris leitet sich vom lateinischen “primus" – „der Erste“ und „veris" – „des Frühlings“ ab und geht darauf zurück, dass die Primel zu den ersten Boten des Frühlings gehört. Seine Namensgebung verdankt die Schlüsselblume der Anordnung ihrer Blüten, die an ein Schlüsselbund erinnert. Ihre heilende Wirkung solle laut Hildegard von Bingen den „Himmel aufschließen". Deshalb wurde sie auch Himmelsschlüssel genannt. 

Eine andere Legende besagt, dass der heilige Petrus den Schlüssel zum Himmel verloren haben soll. Dieser fiel auf die Erde und es wuchsen dort sogleich Schlüsselblumen. Neben diesen sehr geläufigen Namen verfügt die Blume über eine Vielzahl weiterer volkstümlicher Namen wie: Arznei-Schlüsselblume, Duftende Schlüsselblume, Eieräuglein, Fastenblümel, Frauenschlüssel, Frühlingsprimel, Gamsschlingerl, Gelbe Zeitlose, Gichtbblume, Heitratsschlüssel, Kraftblume.

Wo wächst die Schlüsselblume?

Die gelb blühende Schlüsselblume ist im ganzen mittleren Europa bis nach Vorderasien verbreitet. Sie ist in lichten Wäldern, auf kalkhaltigen, ungedüngten mageren Wiesen und unter Obstbäumen zu finden. Leider ist sie durch Überdüngung und Trockenlegungsmaßnahmen sehr selten geworden. Da die Pflanze unter Naturschutz steht, ist das Sammeln der wilden Pflanzen untersagt. 

In welchen pflanzlichen Arzneimitteln wird die Schlüsselblume eingesetzt?

Die schleimlösenden, antientzündlich sowie antimikrobiell wirksamen Inhaltsstoffe der Schlüsselblumenblüten  kombiniert mit den Wirkstoffen aus EnzianAmpferkrautHolunder und Eisenkraut ergänzen sich 4-fach konzentriert* in Sinupret® eXtract zu einem hochwirksamen Phytotherapeutikum zur Behandlung von akuten Entzündungen der Nasennebenhöhlen mit Schnupfen.

In Bronchipret® Filmtabletten tragen Extrakte der Primelwurzel mit ihren schleimlösenden, antientzündlichen, bronchienerweiternden und antimikrobiellen Eigenschaften zur pflanzenstarken Wirkkraft des Präparats gegen Husten und Bronchitis bei.

*Eine 4-fache Konzentration ist nicht gleichzusetzen mit der 4-fachen Wirksamkeit. Die 4-fache Konzentration bezieht sich auf Ø 720 mg eingesetzte Pflanzenmischung in Sinupret extract (entspricht 160 mg Trockenextrakt) im Vergleich zu 156 mg Pflanzenmischung in Sinupret forte, bzw. auf die die Wirkeigenschaften mitbestimmenden Bioflavonoide.