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Heilpflanzen: Kermesbeere

Kermesbeere

Anwendungsgebiete der amerikanischen Kermesbeere

Bereits lange Zeit vor der Besiedlung der Neuen Welt durch Europäer wurde die Kermesbeere von den Ureinwohnern Amerikas als Heilpflanze verwendet. Damals diente sie zur Behandlung von

  • Entzündungen,
  • Gelenkschmerzen und
  • Rheuma.

Anfang des 16. Jahrhunderts machten sich auch die ersten Siedler Amerikas die Heilkraft der amerikanischen Kermesbeere zunutze. Zunächst wurde sie in der Viehhaltung eingesetzt, später nutzten die Siedler die Kermesbeere auch als Heilpflanze für sich selbst. Ihre Wurzeln wurden in Alkohol eingelegt und dienten als pflanzliche Arznei gegen Halsschmerzen und Entzündungen des Rachenraumes.

Heute findet sie vor allem Anwendung bei

Wirkung der amerikanischen Kermesbeere

Auch wenn die Heilkraft der Kermesbeere unbestritten ist, so sollte ihre Anwendung mit Bedacht erfolgen. Denn durch ihren hohen Gehalt an Triterpensaponinen (seifenartige Substanzen) wird sie als giftig eingestuft, wobei die Konzentration dieser Stoffe von der Wurzel über Blatt, Stamm, unreife Frucht bis zur reifen Frucht abnimmt. In hohen Dosen eingenommen können sich, wie auch bei vielen anderen Heilpflanzen, Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen einstellen. Aus diesem Grund wird die amerikanische Kermesbeere für therapeutische Zwecke in entsprechenden Dosierungen eingesetzt. Die in ihr enthaltenen Saponine wirken u.a.

  • entzündungshemmend,
  • schmerzstillend und
  • antibakteriell.

Wie kommt die Kermesbeere zu ihrem Namen?

Der botanische Name Phytolacca americana leitet sich aus dem griechischen Wort „phyton“ und dem italienischen Wort „lacca“ ab. „Phyton“ steht für Pflanze, „lacca“ bedeutet so viel wie Lack. Die deutsche Bezeichnung Kermesbeere findet ihren Ursprung im arabischen Wort für Rot: Kermes. Der volkstümliche Name Scharlachbeere verweist auf ihre färbende Eigenschaft.

Wie sieht die Kermesbeere aus?

Die gefurchten, purpurfarbenen Stängel der amerikanischen Kermesbeere wachsen aufrecht und sind gabelig verzweigt.

Die amerikanische Kermesbeere ist eine krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von ein bis drei Metern erreicht. Ihre gefurchten, purpurfarbenen Stängel wachsen aufrecht und sind gabelig verzweigt. Der Stängelansatz verholzt mit zunehmendem Alter der Pflanze. Ihre Blätter besitzen eine elliptische Form. Zwischen Juli und August erscheinen die in dichten Trauben stehenden grünlichen bis weißen Blüten der Kermesbeere. Aus den unreifen abgeplatteten, kugeligen Früchten entwickeln sich dunkelrote bis schwarze beerenförmige Früchte.

Wo ist die Kermesbeere beheimatet?

Die amerikanische Kermesbeere ist eine nicht frostharte, wärmeliebende Pflanze. Ihre ursprüngliche Heimat reicht vom östlichen Kanada bis in den Süden der Vereinigten Staaten. In Mitteleuropa findet man die verwilderte Kermesbeere durch ihre geringe Frosthärte nur in geschützten, südlichen Weinbaugebieten. Im südlichen Europa und in Gebieten Asiens ist sie verwildert hingegen verbreitet zu finden.

Wissenswertes über die Kermesbeere

Die Beeren der amerikanischen Kermesbeere sind stark rot färbend. Diese Eigenschaft machten sich die nordamerikanischen Indianer zunutze, um Korbwaren einzufärben. In südeuropäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Portugal wurde die Kermesbeere dazu verwendet, die Farbe von Rotwein zu intensivieren. Auch als Tinte und zum Färben von Textilien oder Wolle wurden die roten Beeren eingesetzt. Die Wurzelstöcke hingegen dienten, durch ihren hohen Gehalt an Saponinen, zur Seifengewinnung.

Die Beeren der amerikanischen Kermesbeere sind stark rot färbend. Diese Eigenschaft machten sich die nordamerikanischen Indianer zunutze, um Korbwaren einzufärben.

In welchen pflanzlichen Arzneimitteln findet man die Kermesbeere?

Aufgrund der enthaltenen Saponine wird die Kermesbeere häufig gegen Halsentzündungen (z.B. Tonsillitis, Hals- und Rachenschmerzen) eingesetzt. Das pflanzliche Arzneimittel Tonsipret® enthält eine einzigartige pflanzliche Dreierkombination aus Kermesbeere, Arzneipaprika und Pockholz.

 

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