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Heilpflanzen: Schwarzer Holunder

Schwarzer Holunder

Ursprung des schwarzen Holunders

Seit vielen Jahrhunderten besitzt der schwarze Holunder eine mythologisch wichtige Bedeutung. Den Germanen war er Lebens- und Sippenbaum, die Kelten verehrten ihn als heiligen Baum. Er verkörperte für sie die Unendlichkeit des Lebens.  
Der heilige Holunder galt als Sitz der guten Hausgeister. Ein Holunderbusch durfte auf keinem Hof, vor keinem Haus fehlen. Dem Glauben nach wohnte die Schutzgöttin Holda in ihm. Sie sollte über das Wohl von Pflanzen und Tieren wachen, sowie Blitz und Donner von Häusern und Scheunen fern halten. Durch das Pflanzen eines Holunderstrauches meinte man bösen Zauber jeglicher Art abwehren zu können.  
Holunderbüsche wachsen deshalb bis heute sehr häufig im Umfeld von Siedlungen und Höfen. 
Auch als Heilpflanze hat der schwarze Holunder, Sambucus nigra, eine lange Tradition. Bereits in der Antike galt er als universell einsetzbare Arzneipflanze. Im antiken Griechenland verwendete man die reifen Holunderbeeren als harntreibendes und abführendes Arzneimittel.  Erst Jahrhunderte später setzte man den Holunder als Heilpflanze bei Fieber und Infekten der Atemwege ein. 
Holunder galt, durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bei Krankheiten und als wichtiger Vitamin C Lieferant, als „Apotheke der armen Leute“.

Die Wirkung des Holunders

Zubereitungen aus Holunderblüten und -beeren gelten als traditionelle Mittel gegen Fieber und Erkältungskrankheiten.  Der Grund: Die im Mai bis Juni geernteten Holunderblüten

  • steigern die Abwehrkräfte,
  • wirken entzündungshemmend, 
  • lösen festsitzenden Schleim bei Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung oder Schnupfen, 
  • senken Fieber, 
  • wirken schweißfördernd,
  • regen die Nierentätigkeit an und sind dadurch harntreibend.

Die reifen Beeren des schwarzen Holunders wirken 

  • antiviral,
  • immunstärkend und
  • entzündungshemmend.

Anwendungsgebiete des Holunders

Wie bereits vor Jahrhunderten, wird die Wirkkraft des Holunders auch heute noch zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. 
Holunderblüten gelten als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten.

Sie finden Anwendung bei folgenden Erkrankungen:

  • Husten
  • Heiserkeit
  • Schnupfen
  • Fieber
  • Atemwegsinfekte
  • geschwächtes Immunsystem
  • Gliederschmerzen

Welche Wirkstoffe besitzt der Holunder?

Bei den Inhaltsstoffen des Holunders unterscheidet man jene der Früchte und die der 
Blüten.

Holunderblüten enthalten: 

  • Flavonoide, sekundäre Pflanzenstoffe, die eine schleimlösende Wirkung haben
  • ätherische Öle, die die Schleimsekretion anregen
  • Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken
  • Phytosterine, essentielle Bestandteile menschlicher Zellmembrane
  • Schleimstoffe, die reizmildernde und schleimhautschützende Eigenschaften besitzen

Die reifen Holunderbeeren sind reich an:

  • Vitamin C, was sie zu einem idealen Mittel zur Stärkung der Immunabwehr in Erkältungszeiten macht
  • Vitaminen der B-Gruppe
  • Folsäure 
  • Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium sowie Phosphor

Vorsicht ist bei den unreifen Beeren geboten. Sie enthalten Sambunigrin. Aus diesem Inhaltsstoff kann Blausäure freigesetzt werden. Eine Überdosis der unreifen Früchte führt  zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe des schwarzen Holunders befinden sich sowohl in den Holunderblüten als auch in den reifen Holunderbeeren. Die Blüten werden zwischen Ende Mai und Juni geerntet, die Beeren sind im September erntereif.

Wo wächst der schwarze Holunder?

Die ursprüngliche Heimat des schwarzen Holunders ist Mitteleuropa. Heute findet man den anspruchslosen Strauch jedoch fast überall in Europa, Kleinasien, Westsibirien bis hin zum Kaukasus. Er bevorzugt Standorte an Feldrainen, Auwäldern, Zäunen und Hecken sowie Schuttplätzen.

Woher hat der Holunder seinen Namen?

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) zählt zur großen Familie der Moschuskrautgewächse. Die Herkunft des Gattungsnamen „Sambucus" ist nicht sicher belegt. Eine mögliche Namenserklärung lässt sich auf ein altgriechisches Flöteninstrument namens „Sambuca“ zurückführen. Um sie herzustellen wurden die hohlen Ästen des Holunders verwendet.  „Nigra" bedeutet schwarz und bezieht sich auf die schwarze Farbe der Holunderfrüchte.  Auch der deutsche Name Holunder bietet eine Auswahl an Interpretationsmöglichkeiten. „Hohl“, da die Äste des Busches hohl sind oder das althochdeutsche Wort „hold“ was so viel bedeutet wie heilen. Oder war die Göttin Holle Namensgeberin? Ihr wurde der Holunderbusch geweiht. Im Volksmund standen die Bezeichnungen des Holunders oftmals im Zusammenhang mit seiner Wirkung. Namen wie „Kelke“ oder „Keilkebeerenbaum“ zeugen davon. Sie sollten an die schmerzlindernde und krampflösende Wirkung der schwarzen Holunderbeeren bei Koliken erinnern. Weitere volkstümliche Namen des schwarzen Holunders sind: Elderbaum, Fliederbusch, Holder , Alhorn, Holderbusch, Hollerbusch oder Holler.

Wie sieht Holunder aus?

Der schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein Strauch mit einer Höhe von drei bis acht Metern.  Die junge Rinde seines Stammes ist anfangs braun gefärbt.  Mit zunehmendem Alter wird sie graubraun und ist mit vielen Korkwarzen, den Lentizellen, übersäht.  Die gegenständigen Blätter des Holunderbusches sind gestielt und unpaarig gefiedert. Ihr Rand ist unregelmäßig gesägt. Die großen gelblich-weißen Blütendolden der Pflanze setzen sich aus kleinen, fünfblättrigen Einzelblüten zusammen. Sie besitzen gelbe Staubbeutel die im Frühsommer einen betörenden Duft verströmen. Im Spätsommer bilden sich aus den anfänglich grünen kleinen Früchten schwarz-violett glänzende Beeren die prall mit dem vitaminreichentiefroten Holundersaft gefüllt sind.

In welchem pflanzlichen Arzneimittel ist der schwarze Holunder zu finden?

Das pflanzliche Arzneimittel Sinupret® eXtract kombiniert die schleimlösenden Inhaltsstoffe des schwarzen Holunders mit den Wirkstoffen aus EnzianwurzelAmpferkrautEisenkraut und Schlüsselblume. In Sinupret® eXtract ergänzen sie sich 4-fach konzentriert* zu einem hochwirksamen Phytotherapeutikum zur Behandlung von akuten Entzündungen der Nasennebenhöhlen mit Schnupfen.

*Eine 4-fache Konzentration ist nicht gleichzusetzen mit der 4-fachen Wirksamkeit. Die 4-fache Konzentration bezieht sich auf Ø 720 mg eingesetzte Pflanzenmischung in Sinupret extract (entspricht 160 mg Trockenextrakt) im Vergleich zu 156 mg Pflanzenmischung in Sinupret forte, bzw. auf die die Wirkeigenschaften mitbestimmenden Bioflavonoide.