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Heilpflanzen: Löwenzahn

Löwenzahn

Die Anwendungsgebiete

Der Löwenzahn ist in den gemäßigten Klimazonen fast aller Kontinente zu finden.  Hier kennt ihn wohl  jedes Kind, denn seine Samen lassen sich nach der Blüte wie kleine Fallschirmchen in die Luft pusten. Diese Eigenschaft brachte dem gelben Frühjahrsblüher seinen Zweitnahmen Pusteblume ein. Doch er kann noch viel mehr. In China ist der gelbe Löwenzahn bereits lange als Heilpflanze bekannt. In Europa hingegen tauchte er in den schriftlichen Überlieferungen über pflanzliche Arzneimittel erst im 16. Jahrhundert auf.  Heute gilt er als wahres Multitalent unter den Heilpflanzen.

Seine Anwendungsgebiete umfassen:

  • Appetitlosigkeit,
  • Störung des Gallenflusses,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl,
  • rheumatische Erkrankungen,
  • Harnwegserkrankungen.

In der Volksheilkunde wird der Löwenzahn außerdem als mildes Abführmittel eingesetzt. 

Welche Inhaltsstoffe besitzt er?

Der Löwenzahn ist eine Heilpflanze mit großer Wirkstoffvielfalt. Zu ihnen zählen:

  • Bitterstoffe, sie bestimmen die gallen- und verdauungsanregende Wirkung der Pflanze.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Triterpene, Flavonoide und Carotine, die einen wichtigen Einfluss auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen haben.
  • Ätherische Öle und Gerbstoffe, die über eine antivirale und antimikrobielle (das Wachstum von Mikroorganismen hemmende) Wirkung verfügen. 
  • Mineralien wie Kalium, Calcium, Natrium und Schwefel.
  • Spurenelemente wie Eisen, Mangan und Zink. 
  • Pflanzenschleime die schmerzlindernd wirken.

Welche Wirkung hat der Löwenzahn?

Der Löwenzahn ist reich an Bitterstoffen. Sie sorgen dafür, dass verstärkt Speichel- und Magensäure sowie Verdauungshormone- bzw. Enzyme gebildet werden. 

Dadurch wird 

  • der Appetit angeregt,
  • der Stoffwechsel angekurbelt,
  • die Gallenproduktion und der Gallenabfluss verbessert. 

Auch Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen können besser ins Blut aufgenommen werden. Diese vermehrte Aufnahme von Nährstoffen wirkt Müdigkeit und Antriebslosigkeit entgegen. 

Die Bitterstoffe wirken zusammen mit seinen weiteren Inhaltsstoffen

  • verdauungsfördernd,
  • harnfördernd bzw. harntreibend,
  • beruhigend (sedativ),
  • entzündungshemmend,
  • schmerzlindernd,
  • durchblutungsfördernd,
  • antiviral und
  • antimikrobiell.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Grundsätzlich lassen sich beim Löwenzahn alle Pflanzenteile verwenden – die Wurzel ebenso wie das frische Kraut. Die Zusammensetzung der Wirkstoffe ist jedoch abhängig von der Jahreszeit. Im Frühjahr enthält die Wurzel erheblich mehr Bitterstoffe.  Die im Herbst geerntete Wurzel ist wesentlich bitterstoffärmer, enthält aber dafür reichlich Inulin. Das macht sie zu einem hervorragenden Gemüse für Diabetiker. Denn, Inulin kann als Stärkeersatz dienen, da es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.  Für die Verwendung des Löwenzahns als Salat werden die im Frühjahr geernteten Blätter verwendet. Löwenzahntee lässt sich sowohl aus den getrockneten oder frischen Blättern als auch aus der Wurzel herstellen.

Wie kommt der Löwenzahn zu seinem Namen?

Der botanische Name Taraxacum officinale lässt sich aus dem griechischen „taraxo“ (die Störung) und „akos“ (das Heilmittel) bzw. „taraxacis“ (Entzündung) ableiten.  Der Zusatz officinale bedeutet so viel wie „in der Apotheke gebraucht“. Seine leuchtend gelbe Farbe, die markant gezähnten Blätter, sein markanter Fruchtstand  mit den Flugschirmen sowie sein nach dem Pflücken austretender milchiger Pflanzensaft haben der Heilpflanze viele volkstümliche Namen eingebracht. Zu ihnen zählen: Butterblume, gemeine Kuhblume, Pusteblume, Milchstöckl, Lichterblume und Milchbusch.
Da der Löwenzahn als Stärkungsmittel des Immunsystems mit dem Ginseng vergleichbar ist, wird er auch als „Ginseng des Westens“ bezeichnet.

Wo findet man ihn?

Die ursprüngliche Heimat des Löwenzahns vermutet man in Zentralasien. Von dort aus verbreitete er sich in die ganze Welt. Er besiedelt Brachflächen und Schutthalden. Selbst aus Mauerritzen lugt er hervor. Der Anpassungskünstler ist  in Höhenlagen von bis zu 2.800 Metern zu finden. Dort ist sein Wuchs aber deutlich niedriger als im Flachland.

Woran erkennt man den Löwenzahn?

Die Pflanze treibt aus einem mehrköpfigen Wurzelstock mit einer kräftigen, dunkelbraunen Pfahlwurzel hervor. Die Länge der Pfahlwurzel kann bis zu 30 Zentimetern betragen. Aus ihr bildet sich eine grundständige Rosette mit dichtstehenden Blättern aus. Die 10 bis 30 Zentimeter langen, grünen Blätter der Pflanze sind oval und lanzettlich geformt, unregelmäßig gelappt und tief eingeschnitten. Ihr Aussehen erinnert an Löwenzähne, was der Heilpflanze ihren Namen Löwenzahn einbrachte. Aus der Blattrosette wachsen bis zu 60 Zentimeter lange, milchsafthaltige Stängel. Sie tragen die Blütenkörbchen. Neben dem Blütenstängel ist der Milchsaft auch in allen anderen Teilen der Heilpflanze zu finden.

Die Hauptblütezeit liegt im Frühjahr von März bis Mai. Nicht selten zeigt die anspruchslose Pflanze ihre Blüten aber nochmals im Herbst. Nach der Blüte entwickeln sich dann die charakteristisch aussehenden Früchte, die dem Löwenzahn seinen Namen Pusteblume eingebracht hat. Sie ähneln kleinen Fallschirmen. 

In welchem pflanzlichen Arzneimittel ist der Löwenzahn zu finden?

Das Kraut des Löwenzahns ist Bestandteil von Imupret® N. Durch seine antivirale und entzündungshemmende Wirkung unterstützt er zusammen mit 6 weiteren Heilpflanzen die Immunabwehr:

Kamille
Eibisch
Schachtelhalm
Schafgarbe
Walnuss
Eichen

Imupret® N

  • wirkt bereits bei den ersten Anzeichen einer Erkältung
  • stärkt die körpereigene Abwehr und
  • mildert den Erkältungsverlauf.

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