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Unser Harnsystem ist verantwortlich für die Ausscheidung von Giftstoffen und Flüssigkeiten aus unserem Körper. Zu diesem System gehören die Nieren, die Harnleiter, die Harnblase und die Harnröhre.
Jeder Mensch hat zwei Nieren – eine linke und eine rechte Niere. Sie liegen rechts und links der Wirbelsäule im Bereich der oberen Lendenwirbelsäule. Wer einmal Nierensteine oder eine Nierenbeckenentzündung hatte, weiß sehr genau wo die Nieren liegen – ansonsten spürt man diese lebenswichtigen Organe eigentlich nie. Die Nieren sind u. a. die Filterstation unseres Körpers. Sie filtrieren Abfallprodukte aus unserem Blut und produzieren ca. 180 Liter Primärharn pro Tag. Aus diesem wird dann in den Nieren das Wasser wieder zurückgewonnen und der Harn wird in Abhängigkeit von der Flüssigkeitsaufnahme auf ca. 1-2 Liter konzentriert. Dieser sogenannte Endharn wird dann über die beiden Harnleiter der Harnblase zugeführt, dort gesammelt und schließlich über die Harnröhre ausgeschieden.
Die Harnblase
Die Funktion der Harnblase besteht primär in der Speicherung des von der Niere produzierten Urins. Darüber hinaus ist sie aber auch zuständig für die sehr komplexe Aufgabe der Blasenentleerung. Die Harnblase ist daher viel mehr als ein einfacher „Speichersack“.
Die Wand der Harnblase besteht innen aus einer sehr widerstandsfähigen Beschichtung – dem sogenannten Blasenepithel. Dieses muss einerseits so geschaffen sein, dass keine Giftstoffe aus dem Urin hindurchdringen können – anderseits muss es sich der jeweiligen Größe der Harnblase anpassen können. Denn: die Harnblase eines erwachsenen Menschen kann bis zu 800 ml fassen. Um das Blasenepithel herum folgen mehrere Muskelschichten, die so angeordnet sind, dass sie beim Zusammenziehen den gesamten Urin aus der Blase drücken können. Komplettiert wird die Blase durch eingelagertes elastisches Bindegewebe, das dafür sorgt, dass die Blase immer in Form bleibt – ob groß und voll oder klein und leer.
Damit der Urin nicht einfach aus der Blase ausläuft, befindet sich am Übergang zwischen Blase und Harnröhre ein ringförmiger Schließmuskel – der Blasensphinkter.
Achtung: Blase voll!
Die Nieren produzieren stetig Urin – je nach Trinkmenge, die wir aufgenommen haben. Die Blase speichert den Urin und muss ihn zu einem bestimmten von uns gewollten Zeitpunkt entleeren. Das funktioniert über ein ausgeklügeltes System. In der Blasenwand befinden sich sogenannte Dehnungsrezeptoren – feine Messfühler, die die Dehnung der Blasenwand beständig über Nervenleitungen an unser Gehirn melden. Das Gehirn vergleicht diese Messergebnisse mit einem Grenzwert – ist dieser erreicht meldet unser Gehirn „Füllungszustand der Blase erreicht, Entleerung muss vorgenommen werden." Dies ist der Zeitpunkt, wann sich unser Bewusstsein einschaltet. Wir merken: „Oh – ich müsste mal auf die Toilette." Wir halten den Urin dann bewusst ein, bis wir auf der Toilette sind – erst dann geben wir das Signal zum Wasserlassen.
Störungen im System
Leicht vorstellbar, dass ein solch kompliziertes System durchaus störanfällig sein kann.
Ursache für eine Störung kann ein erhöhter Spannungszustand in der Blasenmuskulatur sein. Dadurch spürt man selbst bei einem geringen Füllungsgrad der Blase einen starken Harndrang. Das kann sogar so schlimm sein, dass die Betroffenen den Urin nicht bis zur Toilette halten können und unfreiwillig Urin abgeht (Inkontinenz).
Eine weitere Ursache kann eine Unstimmigkeit in der Nervenübertragung sein – sogenannte neurogene Störungen. Diese können entweder auch zu einer überaktiven Blase mit ständigem Harndrang führen oder aber auch zum Gegenteil – dass man nicht mehr merkt, ob die Blase voll ist.
Stand: 12-06-2008
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