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Kinderheilkunde: Phytopharmaka - einfach super


Prof. Guggenbichler Wenn aus einem harmlosen Virusinfekt plötzlich eine Superinfektion wird, kann das vor allem für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden. Frühzeitig eingesetzt, können natürliche Heilpflanzen den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Jeden Winter dasselbe: Sobald die nasskalte Jahreszeit beginnt, liegt Maike (4) im Bett. Rhinosinusitis lautet die Diagnose. Oder Tonsillitis. Oder Otitis. Meist in kurzen Abständen hintereinander. Manchmal aber auch alles zusammen. "Infekte der Atemwege sind die häufigsten Krankheiten im Kindesalter. Dabei sind sechs bis acht Infektionen der oberen Luftwege im Jahr völlig normal", sagt Professor J. Peter Guggenbichler.
 
Aber wenn Kinder sehr häufig und lange krank sind, müsse man sich schon sehr genau mit den Ursachen beschäftigen und eine spezielle Therapieform wählen. Rezidivierende Infekte stehen deshalb im Mittelpunkt der Forschung von Guggenbichler, der an der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen die Abteilung für Infektionskrankheiten und präventive Medizin leitet.

Infektionen sind die häufigsten Krankheiten im Kindesalter. Bei knapp 90 Prozent ihrer kleinen Patienten diagnostizieren Kinderärzte einen Infekt, über 70 Prozent davon liegen im Bereich der Atemwege. Auslöser sind in den meisten Fällen Viren, die Husten, Schnupfen und Heiserkeit per Tröpfchen übertragen. Bei einem gesunden Erwachsenen können diese (Erkältungs)viren wenig ausrichten, denn dessen Atemwege sind durch die Abwehrmechanismen der Atemwegsschleimhaut vor Krankheitserregern wesentlich besser geschützt.
 
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Diese Schleimhaut überzieht Nasenhöhlen, Nasennebenhöhlen, Rachen und Bronchien mit einem Schutzfilm, der die Atemluft reinigt, befeuchtet und erwärmt. Millionen von Schleimdrüsen produzieren ein Sekret, das wichtige Abwehrstoffe enthält und immunologisch und mechanisch eine erste Barriere gegen Keime darstellt.

In einer flüssigen Schleimschicht bewegen sich Flimmerhärchen (Zilien) wie Halme eines Kornfeldes im Wind hin und her. Darüber legt sich zäher Schleim. Er wird durch die Flimmerbewegung kontinuierlich in Richtung Rachenhöhle abtransportiert. Von dort gelangt der Schleim schließlich in den Mund. Er wird verschluckt oder ausgespuckt. Mit dem zähen Schleim werden auch Fremdkörper abtransportiert: Schmutz, Staub und Krankheitserreger - zum Beispiel Viren.

In einem kleinen Kinderkörper setzen Viren diesen ausgeklügelten Reinigungsprozess, den Fachleute mukoziliäre Clearance nennen, außer Kraft. Hinzu kommt, dass das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern noch nicht ausgebildet ist, sie also noch nicht durch das körpereigene Abwehrsystem vor Infektionen geschützt sind.

"Die Besonderheit in der Kinderheilkunde besteht darin, dass es nach einer ersten harmlos erscheinenden Virusinfektion zu schweren Komplikationen, so genannten Superinfektionen, kommen kann", sagt Guggenbichler. Während bei Erwachsenen die Öffnungen der Nasennebenhöhlen und der Eustachischen Röhren sowie die mukoziliäre Clearance trotz einer Schwellung der Schleimhaut weitgehend erhalten bleiben, verschließen bei Säuglingen schon minimale Schleimhautschwellungen Nase und Nasennebenhöhlen. Guggenbichler: "Bei Kleinkindern reicht eine beidseitige Schwellung von nur einem Millimeter aus, um einen Abfluss des Schleims zu verhindern."

Schleim ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Die siedeln sich gern in solchen körperwarmen, dickflüssigen Lösungen an und vermehren sich dort unkontrolliert. Während bei Erwachsenen nur etwa ein Prozent der Patienten nach einer harmlosen Erkältung eine Superinfektion erleidet, sind es im Säuglings- und Kleinkindalter mindestens zehn Prozent - wahrscheinlich aber erheblich mehr.

Um dem vorzubeugen, wird oft zu Beginn einer Virusinfektion ein Antibiotikum verabreicht. "Das ist in Zeiten zunehmender Resistenz keinesfalls gerechtfertigt", sagt Guggenbichler. Besser sei es, auf die Heilkraft von Phytopharmaka zu setzen. Zum Beispiel auf die Wirksamkeit von Sinupret. Es löse den Schnupfen und öffne die Nase. Dadurch werde Bakterien quasi der Nährboden entzogen. "Außerdem stimulieren Phytopharmaka die unspezifische Körperabwehr, indem sie die physiologische Sekretproduktion verbessern, die Zilienschlagfrequenz steigern und sehr gute antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Das verhindert den Übergang in einen chronisch schwelenden rezidivierenden Infekt", erklärt der Pädiater weitere Vorteile pflanzlicher Wirkstoffe.

Wird eine frühzeitige Behandlung allerdings verpasst, dann setzt auch Guggenbichler Antibiotika ein. Aus gutem Grund: "Sie sind in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, Kinder vor schweren Folgeschäden zu bewahren." Denn eines dürfe man nicht außer Acht lassen: "Infektionserkrankungen der Atemwege führen häufig zur nachhaltigen Schädigung der Schleimhaut."

Deshalb vertraut Guggenbichler auch bei der Antibiotika-Therapie auf die Wirkkraft von Phytopharmaka. Genauer gesagt: auf das Ergebnis einer Konzept-Studie mit Kindern im Alter zwischen 2,5 und 12 Jahren. Bei einigen Kindern war die Gabe von Antibiotika nötig. Sie bekamen diese auf der Basis von Sinupret. Am Ende stand fest: Die Wirkstoffe aus der Natur ließen den Schleim schneller ab- fließen, die Kinder wurden schneller gesund. Guggenbichler: "Sinupret kann also die Behandlung nachweislich optimieren."

 

Quelle: Bionorica Forschungsmagazin (1/2006)

Stand: 17-01-2007



 
 

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