Die häufigsten Fragen rund um das Thema Kinderwunsch. Zum Beispiel: "Wann spricht man von Unfruchtbarkeit"? oder "Wie messe ich die Basaltemperatur richtig?"
Bin ich mit Ende 30 zu alt für ein Kind?
Werdende Mütter mit Ende 30 bis über 40 sind nicht selten. Für eine Frau, die alle Sicherheiten der modernen Gynäkologie annimmt, ist eine späte Schwangerschaft nicht riskanter als für Jüngere. Sind die Hormone in Ordnung, spricht nichts dagegen, sich einen späten Kinderwunsch zu erfüllen. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden ab dem 30. Lebensjahr stetig abnimmt. Eine Temperaturmessung über mehrere Zyklen kann zeigen, ob ausreichend Gelbkörperhormon vorhanden ist. Zudem ist eine Hormonanalyse empfehlenswert.
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Welche Rhythmusstörungen der Regelblutung gibt es?
Wenn der Zyklus dauerhaft auf über 31 Tage verlängert ist, spricht man von Oligomenorrhoe. Ist der Zyklus dauerhaft auf unter 25 Tage verkürzt, handelt es sich um eine so genannte Polymenorrhoe. Eine sekundäre Amenorrhoe liegt vor, wenn die Menstruationsblutung länger als drei Monate ausbleibt. Der Begriff bedeutet nichts anderes als fehlender Blutfluss.
So genannte Regeltempostörungen wie Oligomenorrhoe, Polymenorrhoe und sekundäre Amenorrhoe gehen auf eine Eierstockschwäche zurück. Diese hat meist keine organische Ursache und lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln, z.B. mit Zubereitungen aus den Früchten des Keuschlamm (Mönchspfeffer, Agnus castus). Eine solche Behandlung ist besonders wichtig für Frauen mit Kinderwunsch. Ein ausgeglichenes Hormonsystem und ein regelmäßiger Zyklus sind die besten Voraussetzungen für den raschen Eintritt einer Schwangerschaft.
Wie messe ich die Basaltemperatur richtig?
Soll die Basaltemperatur gemessen werden, sind folgende Punkte zu beachten:
- Die Temperaturmessung wird nach mindestens sechs Stunden Schlaf durchgeführt.
- Man misst direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen.
- Vor dem Messen sollte man nicht essen, trinken oder rauchen.
- Der Zeitpunkt der Messung sollte jeden Morgen ungefähr derselbe sein - also nicht morgens um sechs Uhr und an einem anderen Tag um zehn Uhr messen, da die Körpertemperatur im Laufe des Vormittags ansteigt und der Wert dann nicht mehr aussagefähig wäre.
- Es empfiehlt sich, immer dasselbe Thermometer zu benutzen, am besten ein digitales Fieberthermometer aus der Apotheke.
- Die Messung wird nicht im Mund, sondern in der Scheide durchgeführt. Die Mundschleimhaut kann durch die Atemluft abgekühlt werden. Dadurch würde das Ergebnis verfälscht.
- Die Messung sollte mindestens fünf Minuten dauern bzw. so lange, bis beim digitalen Thermometer der Piepton das Ende der Messung ankündigt.
Wie erkenne ich den bevorstehenden Eisprung?
In der Mitte des Zyklus sinkt die morgendliche Aufwachtemperatur um einige Zehntelgrade ab. In dieser Zeit erreicht das luteinisierende Hormon, das für die Auslösung des Eisprungs mitverantwortlich ist, seinen Maximalwert. Beobachtet eine Frau in der Zyklusmitte diesen meist deutlich erkennbaren Temperaturabfall (durch Basaltemperaturmessung), kann sie mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass im Laufe der nächsten 24 Stunden der Eisprung stattfinden wird. Man kann dies auch so formulieren: Der Eisprung ereignet sich, kurz nachdem das Temperaturminimum des monatlichen Zyklus erreicht ist. Den Zeitpunkt zu erkennen, ist nicht so einfach. Erst wenn eine Frau vier oder sechs Zyklen hindurch die morgendliche Körpertemperatur sorgfältig notiert hat, wird sie einen für sie typischen Kurvenverlauf feststellen. Dieser erleichtert ihr die sichere Bestimmung ihres individuellen Temperaturminimums.
Wann spricht man von "Unfruchtbarkeit"?
Von einer so genannten unfruchtbaren oder sterilen Ehe spricht man erst, wenn es innerhalb von zwei Jahren trotz regelmäßigen Beischlafes nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Um auf das Problem einzugehen, gibt es die Möglichkeit einer so genannten Sterilitätsberatung. Sie sollte möglichst früh in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus verschafft ein offenes Gespräch zwischen den Ehepartnern oft Erleichterung. In einigen Fällen, die keine organischen Ursachen haben, kommt es im Anschluss an eine Beratung sogar zur Schwangerschaft, ohne dass eine Therapie begonnen wurde.
Unerfüllter Kinderwunsch - an wem liegt es?
Die Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit verteilen sich mit jeweils 30 bis 40 Prozent gleichmäßig auf Mann und Frau. Bei 15 bis 30 Prozent der betroffenen Paare kann es an beiden Partnern liegen. Die Reproduktionsmedizin begibt sich deshalb sehr genau auf die Suche nach den Gründen für die ungewollte Kinderlosigkeit, auch wenn in etwa zehn bis 15 Prozent der Fälle trotz intensiver Suche keine Ursache gefunden wird. Denn je genauer die Ursache bekannt ist, desto gezielter und Erfolg versprechender kann therapiert werden. Manchmal stellt sich schon nach der ersten Befragung beim Arzt heraus: Der Geschlechtsverkehr war zu selten oder fand immer während der unfruchtbaren Tage statt. Zykluskontrolle und Sex zum richtigen Zeitpunkt helfen dann bereits.
Die Periodenblutung bleibt mehrere Wochen aus - muss ich zum Arzt?
Der weibliche Zyklus wird von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert. Körperlicher und seelischer Stress können dieses Zusammenspiel empfindlich stören und zu verschiedenen Zyklusunregelmäßigkeiten oder anderen Veränderungen führen, z. B. im Bereich der Brust. Es empfiehlt sich, diese Veränderungen grundsätzlich vom Arzt abklären zu lassen. Sie können beruhigt sein: Meistens liegt die Ursache in Schwankungen des Hormonspiegels. Doch da in sehr seltenen Fällen auch ernstere Erkrankungen dahinter stecken können, ist der Gang zum Arzt wichtig und sinnvoll. Er dient Ihrer Gesundheit und Ihrer Beruhigung, damit Sie wieder sorgenfrei Ihr Frausein genießen können.
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